 | Heilkräuter spielen eine sehr wichtige Rolle in der TCM. Vor allem in China bildet die Kräuterheilkunde einen großen Anteil der therapeutischer Massnahmen.
Es gibt mehrere tausend Heilmittel von vorwiegend pflanzlicher Herkunft. Doch auch tierische und mineralische Stoffe gehören dazu. Aus dieser grossen Auswahl sind etwa 500 von klinischer Bedeutung die auch in Europa verwendet werden.
Für die Therapie wird entsprechend der Diagnose ein wesentliches Kraut ausgewählt, daneben weitere Kräuter, die der zusätzlichen Unterstützung dienen. Die Diagnose basiert auf den Grundsätzen der traditionellen chinesischen Medizin, was schlussendlich zu einem Teerezept verordnet wird und von entsprechenden Apotheken zusammen gestellt werden je nach Rezeptur des Therapeuten.
Die chinesische Heilkräutertherapie hat einen seht hohen Stellenwert in der TCM. In China ist diese Form der Therapie weit mehr verbreitet wie in Europa, aber auch hier gewinnt sie immer mehr Stellenwert. Nach den Überlieferungen war der erste Heilkräuterspezialist der legendäre rote Kaiser Shen Nung (der Göttliche Landwirt), der noch heute als König der Heilmittel in den Tempeln der Medizin verehrt wird. Unter ihm entstand das Werk Shen Nong Ben Cao Jing (500 - 200 v. Chr.), in dem bereits 365 Kräuter klassifiziert wurden. Li Shi Zhen klassifizierte dann 1597 in seinem Ben Cao Gang Mu 1892 Kräuter, Mineralien und Tierprodukte.
Auch wenn die chinesische Kräutertherapie bei uns heute noch nicht den gleichen Stellenwert wie die Akupunktur erreicht hat, so wird sich dies in der Zukunft deutlich ändern, wenn man das Beispiel USA und England verfolgt. In China und Japan ist die Kräutertherapie nicht mehr aus der medizinischen Versorgung weg zu denken.
Der chinesische Kräuterfundus ist groß: bis zu 5767 Drogen werden verwendet.
Es gibt verschiedene Formen diese Heilkräuter einzunehmen z. B. Tee, Tablette, Kapsel, Granulat oder Tinktur.
Am 21.März.2005 wurden neue Standart - Qualitätskontrolle für chinesische Heilkräuter
und der Qualitätssicherung vom Feld in die Apotheke für weniger Pestizide und Schwermetalle in Heilkräutern festgelegt.
Die Nachfrage an der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Alternative und Ergänzung zur westlichen Medizin steigt – jährlich. Immer wieder werden jedoch bei chinesischen Heilkräutern bedenkliche Spuren von Umweltgiften wie etwa DDT oder Dicofol nachgewiesen. Ein Grund ist, dass das Umweltbewusstsein bei chinesischen Bauern noch nicht sehr ausgeprägt ist.
Die Pflanzen - nicht jede Heilpflanze ist tatsächlich ein Kraut, unter den Heilkräutern befinden sich Gräser, Wasserpflanzen, Sträucher und auch Bäume. Sie werden vor Ort meistens als Rohstoff für die Herstellung von Fertigarzneimitteln angebaut, Spezialanbauverfahren für geringe Produktionsmengen, wie sie in Europa benötig werden, seien nicht rentabel.
90 % aller chinesische Heilkräuter werden in China verbraucht, der Rest in Japan (5 %), Südostasien (3 %), Amerika und Europa (je 1 %). Der Anbau findet in China überwiegend in kleinen Bauernhöfen statt, dadurch sei keine einheitliche Qualitätssicherung möglich. Da die Bauern die größte und zugleich einkommensschwächste Schicht in China darstellen, müssten diese oft sehr gewinnorientiert produzieren, so Zhong.
Dies habe den Einsatz von billigen, leistungsschwachen und hochtoxischen Pflanzenschutzmitteln zur Folge. Zudem würde das Ernten, Waschen, Schneiden und Trocknen - zumeist auf offener Strasse - oft unter schlechten hygienischen Bedingungen stattfinden.
Besonders belastet sind bedingt durch entsprechende Anbauverfahren zum Beispiel Zitrusfrüchte (Schale) oder Ginseng durch Schwermetalle und Pestizide. Über 80% der auf dem Markt befindlichen Arzneidrogen der Gruppe Citri reticulae pericarpium enthalten hohe Mengen an Pflanzenschutzmittel. Aber auch natürliche Belastungen durch Cadmium oder Aflatoxine seien typisch, so Zhong. Über 95% der auf dem Markt angebotenen Biotae Semen (Platycladi Semen)sind mit gefährlichen Aflatoxinen belastet. In Europa muss schadstoffbelastete Ware gegen Entsorgungsgebühr tonnenweise vernichtet oder zurückgeschickt werden.
Ein Qualitätsmanagement gestalte sich deswegen schwierig, da der bisherige Handel geprägt ist durch einen komplizierten Weg mit zahlreichen Zwischenhändlern - letztendlich wisse keiner, woher die Kräuter ursprünglich kämen." Eine chargenbezogene Dokumentation sei daher nicht möglich, erklärte Zhong.
Insgesamt seien die Probleme tief verwurzelt in die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten Chinas, bedingt durch die chinesische Tradition und aktuelle Wirtschaftsentwicklung, resümierte Zhong. Diese Problematik könne aber auf Regierungsebene gelöst werden, oder in der Privatwirtschaft zum Nutzen der Patienten und Verbrauchern
Die chinesische Regierung hat den Zukunftsweltmarkt der Traditionellen Chinesischen Medizin fest im Blick, sagte Zhong. Dazu sind in den letzten Jahren mehrere Regelungen erlassen worden, darunter die "Green Trade Standards of Importing & Exporting Medicinal Plants & Preparations", gültig seit dem 1.Juli 2001. Darin werden die Grenzwerte der Pestizide, Schwermetalle und Aflatoxine sowie die Aufmachung, Verpackung und Tansport geregelt.
Eine weitere Neuerung ist auch die Einführung des "GAP" (Good Agriculturing Practice), 1998 geplant, im April 2002 erlassen, im November 2003 begannen die ersten Inspektionen. Seit April 2004 liegen die ersten Inspektionsberichte vor, die unter anderem die Standortbedingungen (Luft, Wasser, Boden), Saatgut, Anbauverfahren (Pflanzenschutz und Düngemittel), Ernte, Verpackung, Transport und Lagerhaltung genau regeln und dokumentieren.
Neben der Qualitätsbeurteilung gehöre zur Vorprüfung auch eine korrekte botanische Zuordnung. Oftmals würden völlig verschiedene Pflanzen eine gleiche oder sehr ähnlich chinesische Bezeichnung tragen, da die chinesische Nomenklatur verwirrend ist und die Namen der Pflanzen, bedingt durch die chinesische Aussprache, sehr ähnlich lauten. Dadurch kann es schlimmstenfalls zur Verwechslungen mit Giftpflanzen kommen.
Auch auf den Aspekt der pharmazeutischen Qualität machte Zhong aufmerksam. "China ist sehr vielfältig in Klima und Vegetation", so der Experte. Besonders hochwertige Heilkräuter käme nur in bestimmten Regionen des Riesenreichs vor. Auch die Erntezeit beeinflußt maßgeblich die pharmazeutische Qualität, sogar die medizinische Wirkung. Die optimale Zusammensetzung der wirksamen Inhaltsstoffe ist abhängig von den Entwicklungsstadien der Pflanzen. Auch die besondere Behandlung der Heilpflanzen sei von Bedeutung, so zum Beispiel sei auch die Schnittweise ausschlaggebend.
Aber eines ist klar um so mehr die TCM an Bedeutung gewinnt um so mehr Lohnt es sich für die dort ansässigen Bauern Pflanzen unter ökologische Gesichtspunkten anzubauen, weil folglich dann auch bessere preise erzielt werden können. |
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